7. Tag: “Mir tut alles weh”Freitag, 21. August 2009 von Pascal Behrenbruch
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Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch schildert bei t-online.de täglich seine Eindrücke von der Leichtathletik-WM:
Hallo,
jetzt ist der Muskelkater da. Aber wie. Mir tut so ziemlich alles weh. Die Beine natürlich am meisten, aber auch der Oberkörper. Mein Hals brennt und manchmal ist die Stimme weg. Nach dem Wettkampf hatte ich mich abends im Deutschen Haus mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterhalten. Er war etwas überrascht, dass auch wir trotz des harten Trainings Muskelkater kriegen können. Diesmal ist es bei mir sogar heftiger als sonst. Liegt sicher daran, dass es ein extrem langer Wettkampf war und wir kaum Pausen hatten. Sonst haben wir immer knapp eine Stunde zwischen den Disziplinen. Diesmal ging es ja fast am Stück.
Lieber Hitze als dieser Regen
Morgens hab ich erstmal bis elf Uhr geschlafen und es auch danach ruhig angehen lassen. In schnellem Tempo hätte ich ohnehin nichts machen können. Abends war ich mit meiner Familie in einem türkischen Restaurant. Die Idee, nicht ins Stadion zu gehen, war wohl nicht die Schlechteste. Beim Zehnkampf haben wir zwar über die Hitze geflucht, aber immer noch besser als Wolkenbrüche.
Pogorelov hätte ich kriegen können
Ich habe mir mal einen alten Zeitungsartikel rausgesucht. Da habe ich gesagt, ich will unter die ersten Sechs und eine Bestleistung von über 8400 Punkten schaffen. So gesehen hab ich alles erreicht. Dann bin ich jetzt vollkommen zufrieden. Nein, im Ernst: Wenn ich nicht dran denke, was möglich gewesen wäre, ist der Platz okay. Aber ich glaube immer noch, dass ich den drittplatzierten Russen Pogorelov hätte kriegen können.
Dann eben eine EM-Medaille
Ändern kann ich es eh nicht mehr. Also guck ich nach vorn. Nächstes Jahr ist EM, da hole ich mir die Medaille. Eine Medaille bei großen Titelkämpfen, das bleibt mein Traum. Wir haben in Deutschland so eine große Zehnkampf-Tradition. Frank Busemann, Paul Meier, Willi Holdorf und so weiter, die haben alle mal was Großes geschafft. Da möchte ich mich einreihen.
Bis morgen,
Euer Pascal


22. August 2009 - 11:59 Uhr
Die Zehnkämpfer sind für mich die Könige aller Athleten. Ich bin überzeugt, daß es kaum jemand gibt, der anderer Meinung ist. Leider wird das Können und der Erfolg nicht so honoriert, wie so manche andere Sportart.
zitieren22. August 2009 - 11:54 Uhr
Die Zehnkämpfer sind für mich die wahren Helden der Leichtathletik, leider werden die Erfolge nicht so honoriert, wie so manch andere Sportart. Ich glaube, daß es kaum jemand gibt, der anderer Meinung ist.
zitieren22. August 2009 - 11:33 Uhr
Hallo,
auch von mir herzliche Glückwünsche zum sechsten Platz. Es mag zwar schade sein, dass nicht mehr draus geworden ist, aber ein sechster Platz ist etwas ganz Großartiges. Ich habe euren Wettkampf mit großem Interesse verfolgt und fand es doof, dass euer Speerwurf im Hochsprung und der Usain-Show untergegangen ist. Bin fast im Dreieck gesprungen, weil ich wissen wollte wie es bei euch steht.
zitieren22. August 2009 - 10:55 Uhr
Hallo Pascal!
Um deinen Muskelkater beneide ich dich nicht. Aber er erinnert dich daran, was für eine tolle Leistung du in deinen Wettkämpfen gebracht hast. Im übrigen schließe ich mich Franz-Josef an. Das beste Mittel gegen Muskelkater ist bewegung, wenn auch vorsichtig. Ach ja eine extra Portion Magnesium schadet auch nicht.
Gruß Vera
zitieren21. August 2009 - 23:07 Uhr
Hallo Pascal,
zitierensehr ehrlich, was Du schreibst. An die großen 10-Kämpfe erinnere ich mich, bis direkt nach dem 2. Weltkrieg, aber das, was nach dem Wettkampf kommt, der Muskelkater und der Katzenjammer, das Salz auf den Lippen und in den Augen und das, was möglich gewesen wäre, da scheint Sehnsucht durch. Sich ausstrecken nach der EM. Das ist die Antwort, da wird der Kopf wieder frei.
Morgen beim Abtränieren gehts wieder besser!
Einer von der Opa-Generation